Nach Facebooks neuesten Ankündigungen zu den Änderungen beim Algorithmus sind Facebook Gruppen noch einmal viel stärker in den Fokus von Facebook Seitenbetreibern gekommen.

Ich hatte dir bereits die unterschiedlichen Arten von Facebook Gruppen in diesem Artikel „Die neue Macht der Facebook Gruppen“ vorgestellt. Bevor du jetzt überstürzt eine eigene Facebook Gruppe für dein Business ins Leben rufst, solltest du dir darüber Gedanken machen, ob es für dich und dein Business überhaupt Sinn macht. Vielleicht gibt es ganz andere Möglichkeiten, die du ergreifen solltest und eine Facebook Gruppe ist gar nicht das beste Mittel der Wahl. Aus genau diesem Grund möchte ich dir in diesem Artikel Vor- und Nachteile von Facebook Gruppen benennen, so dass du in aller Ruhe nach der Lektüre für dich entscheiden kannst, ob und wie du Facebook Gruppen für dich nutzen möchtest.

In einem ersten Schritt möchte ich dir raten, dich in Gruppen zu engagieren, die sich mit deinem Thema beschäftigen. So hast du auf der einen Seite die Möglichkeit zu schauen, wie die Gruppe geführt wird und wie die Gruppenmitglieder untereinander agieren. Du kannst aber auch sehen, welche Ideen und Formate der Gruppeninhaber hat, um seine Gruppenmitglieder mit guten Inhalten zu versorgen. In wieweit du dich natürlich in eine Gruppe mit thematisch gleichen Bezug und gleicher Zielgruppe gewinnbringend einbringen kannst, ist eine Gratwanderung. Du bist nur Gast in dieser Gruppe und der Gruppeninhaber wird es natürlich nicht dulden, wenn du in die Gruppe gekommen bist, um dessen Mitglieder abzuwerben. Auf der anderen Seite ist niemand allwissend und jeder hat seine Spezialisierung und so kannst auch du dich mehrwertig in „fremde“ Facebook Gruppen einbringen.

Die Vorteile von Facebook Gruppen und im speziellen einer eigenen Facebook Gruppe

Nah an deiner Zielgruppe

Wenn sich jemand dazu entschließt einer Facebook Gruppe beizutreten, kannst du davon ausgehen, dass dieser an der Thematik interessiert ist. Du bist also ganz nah an deiner Zielgruppe, womöglich sogar an deinem Wunschkunden. Durch gezielte Fragen und Anregungen zu Diskussionen erfährst du, wo bei deiner Zielgruppe der Schuh drückt und kannst so deine Blogartikel, Postings, aber auch deine Angebote entsprechend aufbereiten oder anpassen.

Du baust dir einen Expertenstatus auf

Indem du in deiner Gruppe regelmäßig Input gibst und deine Gruppenmitglieder mit einbeziehst und ihnen zuhörst, baust du dir einen Expertenstatus auf. Du schaffst Vertrauen und zeigst, dass du dich kümmerst und gute Ideen und Vorschläge parat hast. Besonders wenn du in deiner Facebook Gruppe das Format Facebook Live nutzt, kannst du Gesicht zeigen. Man sieht dich nicht nur, sondern deine Gruppenmitglieder erleben dich in Haut und Farbe. Es baut sich schneller eine Beziehung über das gesprochene Wort auf. Und das sage ich als Verfechterin des geschriebenen Wortes. Es ist einfach so, im Video schaffst du Nähe, die du über einen geschriebenen Text nicht so schnell erreichen kannst.

Ein geschlossener Rahmen befördert den Austausch

Indem du eine geschlossene Gruppe anbietest und nicht jeder sich einfach dazugesellen kann, schaffst du einen geschlossenen Rahmen in dem man sich halbwegs geschützt austauschen kann. Facebook Seiten sind öffentlich und genau deshalb scheuen sich viele unter den Beiträgen zu kommentieren und ihre Meinung oder Ängste oder Sorgen publik zu machen. In einer Gruppe ist es privater. Die Stimmung ist, wenn du sehr präsent bist, vertrauensvoll und so wird man sich dir aber auch den anderen Gruppenmitgliedern gegenüber öffnen. Gerade bei sensibleren Themen ist eine Facebook Gruppe viel geeigneter als eine Facebook Seite.

Interaktion ist höher als auf der Fanpage

Die Konkurrenz im Facebook Newsfeed ist groß. Jeder buhlt um die Aufmerksamkeit seiner Fans und möchte, dass mit den eigenen Beiträgen interagiert wird. Jeder einzelne Facebook Nutzer kann aber nur eine bestimmte Masse an Facebook Postings aufnehmen und deshalb selektiert Facebook für dich. Die Folge für Facebook Seitenbetreiber: Die meisten haben mit einer sinkenden organischen Reichweite zu tun. Eine Facebook Gruppe kann hier die Lösung sein. Wer sich dazu entscheidet, Mitglied deiner Gruppe zu werden, scheint ein starkes Interesse an deinem Thema und deinen Inhalten zu haben. Es ist also davon auszugehen, dass  in der Gruppe die Inhalte wesentlich stärker geklickt, gelesen und dann auch kommentiert werden. Verwöhne deine Gruppenmitglieder also mit wertvollen Inhalten. Facebook belohnt dich damit, dass diese Beiträge bevorzugt im Newsfeed von anderen Gruppenmitgliedern angezeigt werden.

Benachrichtigung, wenn etwas Neues in der Gruppe gepostet wurde

Standardmäßig ist es so eingestellt, dass alle Gruppenmitglieder eine Benachrichtigung erhalten, wenn etwas in der Gruppe gepostet wurde. Das kann zwar von jedem Gruppenmitglied deaktiviert werden, aber ich persönlich gehe davon aus, dass das die wenigsten wirklich für jede Gruppe tun, in der sie Mitglied sind. Da viele Gruppenmitglieder also über neue Postings über die Benachrichtigungen informiert werden, steigt auch wieder die Aufmerksamkeit für das Posting und die Interaktion.

Die Nachteile von Facebook Gruppen

Die liebe Zeit

Genauso so wie die Redaktion deiner Facebook Seite benötigst du auch für deine Facebook Gruppe Zeit. Außerdem eine Strategie und klare Ziele vor Augen, was du mit deiner Gruppe erreichen möchtest. Denn eines ist klar, das Leiten einer Facebook Gruppe kostet Zeit. Neben dem Publizieren der Inhalte musst du regelmäßig einen Blick darauf haben, was in deiner Gruppe von den Gruppenmitgliedern gepostet wird. Ist es Spam musst du dafür sorgen, dass du es löschst, damit deine Gruppe mehrwertig bleibt. Ebenso musst du dafür sorgen, dass du mit deiner Gruppe ins Gespräch kommst und für Interaktion sorgst. Besonders am Anfang musst du sehr viel Zeit investieren. Größere Gruppen laufen später meist (fast) von allein. Ebenso musst du Zeit dafür einplanen, um neue Mitgliedsanfragen zu prüfen und freizuschalten.

Interaktion über das persönliche Facebook Profil

Wenn du eine eigene Facebook Gruppe gründen möchtest, kannst du sie inzwischen mit deiner Facebook Seite verknüpfen und in deiner eigenen Gruppe auch im Namen deiner Facebook Seite posten und interagieren. Ob die Postings im Namen der Facebook Seite oder im deinem eigenen Namen besser ankommen, habe ich selbst noch nicht getestet. Wenn du allerdings in anderen Gruppen sichtbarer werden möchtest und dort interagieren möchtest, funktioniert das nur mit deinem privaten Facebook Profil und nicht mit deiner Facebook Seite. Auf der einen Seite ist es verständlich, denn Menschen wollen nun einmal mit Menschen agieren. Ich kann an dieser Stelle aber auch verstehen, dass es deshalb für manche Unternehmen eher schwierig ist, sich in Gruppen zu beteiligen. Nämlich dann, wenn der Name des privaten Profils nicht unbedingt in Verbindung mit dem Unternehmen gebracht werden kann. Für Berater, Coaches und Trainer, die oftmals ihren eigenen Namen im Unternehmensnamen enthalten habe, sehe ich es eher weniger problematisch. Die Brücke zwischen privatem Profil und Facebook Seite kann hier schnell geschlagen werden.

Redaktionsplan / Contentplan

Auch für deine Facebook Gruppe solltest du dir einen Redaktions-/Contentplan erstellen. Was möchtest du an den einzelnen Wochentagen posten? Welche Formate sind besonders ansprechend. Welche Formate kannst du immer wieder und regelmäßig verwenden? Auch das hängt natürlich ganz stark von dem Thema deiner Gruppe ab, was hier Sinn macht. Wenn du Unterstützung bei der Erstellung eines Redaktions- und Contentplans für deine Gruppe benötigst, nimm gerne Kontakt mit mir auf.

Werbung für die Gruppe machen / Crosspromotion

Auch deine Facebook Gruppe wird nicht von allein über Nacht wachsen. Auch hier musst du dafür sorgen, dass potentielle Gruppenmitglieder hiervon erfahren. Auch hier musst du also ein bisschen Zeit einplanen, um deine Facebook Gruppe bekannter zu machen und über alle möglichen Kanäle wie Website, Newsletter, andere Social Media Kanäle oder deine E-Mail-Signatur darauf aufmerksam zu machen.

Fehlende Übersichtlichkeit

Mit Wachsen der Gruppe und steigender Anzahl von Postings kann es schnell unübersichtlich in deiner Gruppe werden. Es gibt zwar eine Suchfunktion, die aber viele nicht nutzen. Wenn sich Fragen bei deinen Gruppenmitgliedern wiederholen, ist es ratsam, hier und da auch auf schon bestehende Diskussionen und Threads hinzuweisen.

Spammer

Viele User nutzen Facebook Gruppen leider, um ihre Angebote zu spammen. Sie beteiligen sich nicht wirklich in der Gruppe, sondern posten nur ihre Werbung. Hier musst du als Gruppenadministrator dafür sorgen, dass diese Postings gelöscht und die Personen bei wiederholten Verstößen auch für die Gruppe blockiert werden. Du kannst die Barriere für Spammer aber erhöhen, indem die Beitrittsanfragenden, bevor sie von dir freigeschaltet werden, 1 bis 3 Fragen beantworten müssen. Viele scheuen davor zurück und nur wer sich die Zeit nimmt auf die Fragen zu antworten, ist auch wirklich an deiner Gruppe interessiert. Hier musst du genau abwägen, wie viel Verwaltungsauswand du dir selbst zumuten möchtest.

Fazit

In Zeiten sinkender Reichweiten von Facebook Seiten kann es durchaus Sinn machen eine eigene Facebook Gruppe zu gründen. Bevor du jedoch in wilden Aktionismus verfällst, empfehle ich dir gut darüber nachzudenken, ob es für dich und dein Business Sinn macht eine eigene Facebook Gruppe zu gründen. Vielleicht reicht es in einem ersten Schritt auch erst einmal aus, dich in anderen Facebook Gruppen zu beteiligen.

Wie viel Zeit hast du für dein Online Marketing? Hast du noch Kapazitäten? An dieser Stelle macht es Sinn einmal zu schauen, welche deiner Online Marketing Aktivitäten in deinem Unternehmen am besten funktionieren. Ist es Facebook? Dann versuche hier deine Aktivitäten zu intensivieren. Merkst du, dass dein Newsletter am besten ankommt, dann schaue hier eventuell, wie du noch besser werden kannst und stampfe nicht noch eine Facebook Gruppe aus dem Boden.

Fallen dir weitere Vorteile aber auch Nachteile ein? Dann freue ich mich über deinen Kommentar.

 

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